Bis 2021 wird die Europäische Union ein Reisegenehmigungssystem namens European Travel Information and Authorisation System (ETIAS) einführen. Ziel dieses Sicherheitssystems ist es, Reisende vor ihrer Ankunft in Europa zu überprüfen, ähnlich wie beim derzeit in den USA bestehenden ESTA-Programm (Electronic System for Travel Authorization). Potenzielle Besucher bestimmter europäischer Länder müssen vor der Einreise in den Schengen-Raum eine Reisegenehmigung beantragen.

SO WIRD ETIAS FUNKTIONIEREN

Vor ihrer Ankunft im Schengen-Raum werden visumbefreite Reisende gebeten, online eine Reisegenehmigung zu beantragen. Die Besucher werden aufgefordert, personenbezogene Daten (z.B. Name, Passnummer, Reiseplaninformationen) angeben und Fragen zu ihrem Hintergrund beantworten, einschließlich Vorstrafen oder früherer Einreiseverweigerungen. Diese Informationen werden über ein Online ETIAS Formular zur Verfügung gestellt.

Die Daten des Antragstellers werden dann mit europäischen und globalen Sicherheitsdatenbanken, einschließlich SIS, VIS, EUROPOL und ECRIS, verglichen. Wenn die Einreise in den Schengen-Raum genehmigt wird, erhält der Antragsteller innerhalb weniger Minuten eine Reisegenehmigung mit dreijähriger Gültigkeit. Bei offenen Fragen kann die manuelle Bearbeitung des Antrags bis zu 2 Wochen in Anspruch nehmen, woraufhin der Reisende über die Entscheidung und eventuell eine Begründung für die mögliche Ablehnung informiert wird.

Kann mein ETIAS-Antrag abgelehnt werden?

Das neue, von der EU entwickelte und vom US-ESTA inspirierte Visa Waiver Programm wird als Electronic Travel Information and Authorisation Service (ETIAS) bezeichnet und soll bis 2021 umgesetzt werden.

Das ETIAS-Programm verpflichtet Reisende aus rund 60 Ländern, darunter USA, Kanada, Australien und Japan, die derzeit visafrei nach Europa reisen, vor der Reise online einen ETIAS Visa Waiver zu beantragen. Man geht davon aus, dass fast alle Antragsteller ihr genehmigtes ETIAS-Visum innerhalb weniger Minuten per E-Mail erhalten. Aufgrund der Art und des Zwecks des EU ETIAS Visaprogramms kann es jedoch bestimmte Antragsteller geben, deren ETIAS-Antrag nicht genehmigt wird.

Ein genehmigtes ETIAS-Reisevisum für Europa wird es Touristen aus ETIAS zugelassenen Ländern ermöglichen, über einen Zeitpunkt von drei Jahren mehrmals in den Schengen-Raum der EU einzureisen und von dort aus in jedes Land der Schengen-Region zu reisen. Das ETIAS ist ein Mehrfachvisum für Nicht-EU-Bürger.

WESSEN ETIAS-ANTRAG KÖNNTE VERWEIGERT WERDEN?

Der ausgefüllte ETIAS-Antrag wird anhand verschiedener europäischer Sicherheitsdatenbanken wie z. B. der von der ETIAS Watchlist und Interpol überprüft. Wenn für eine Person, dessen Hintergrundprüfung Sicherheitsbedenken aufwirft, kann das ETIAS-Visum für Europa verweigert werden.

Das Land, welches den Antrag bearbeitet, hat das Recht, jedem Bürger, der sich falsch oder mit falschen Informationen bewirbt, die ETIAS-Genehmigung zu verweigern. Genau deshalb es sehr wichtig ist, dass Sie alle gemachten Angaben überprüfen und sicherstellen, dass sie mit allen Ausweisdokumenten übereinstimmen. Außerdem müssen Sie die Gesundheits- oder Sicherheitsfragen ehrlich und gewissenhaft beantworten.

Darüber hinaus könnte das Land, das den ETIAS-Visa-Waiver bearbeitet, jemandem das Recht verweigern, in den Schengen-Raum der EU einzureisen, falls dieser bei einem früheren Aufenthalt die zugelassene Aufenthaltsdauer überschritten hat. Darüber hinaus kann der ETIAS-Antrag von Bürgern, die in ihrer Vergangenheit Straftaten begangen haben, welche in EU-Datenbanken erfasst wurden, und von Bürger, die von Europol gesucht sind, abgelehnt werden.

SO VERMEIDEN SIE EINE ABLEHNUNG DES ETIAS-VISUMS

Das ETIAS-Antragssystem verwendet ein einfaches Formular, das Sie innerhalb ca. 10 Minuten ausgefüllt haben sollten. Es umfasst bestimmte persönliche Daten, Reisedaten sowie einige Sicherheits- und Gesundheitsfragen.

Es ist wichtig, dass ETIAS-Antragsteller ihre Daten korrekt eingeben und dass diese mit allen für die Reise erforderlichen Dokumenten übereinstimmen. Darüber hinaus werden alle Antragsteller daran erinnert, alle Fragen einschließlich Passdaten, Reisepläne, Gesundheits- und Sicherheitsfragen und personenbezogene Daten sowie alle anderen zusätzlichen Daten, die für den ETIAS-Antrag benötigt werden, vollständig auszufüllen.

Denken Sie daran, beim Ausfüllen des Online-ETIAS-Antrags alle Fragen wahrheitsgemäß und nach bestem Wissen zu beantworten, um unnötige Probleme mit dem Visumantrag oder an der Grenzkontrolle bei der Einreise zu vermeiden.

WIDERRUF ODER AUFHEBUNG DER ETIAS-REISEGENEHMIGUNG

Die Erteilung einer ETIAS-Reisegenehmigung bedeutet nicht, dass dem Reisenden die Einreise in die ETIAS Länder garantiert wird. Eine ETIAS-Genehmigung kann von den Behörden abgelehnt, aber auch widerrufen oder annulliert werden. Grenzbeamte haben die endgültige Entscheidung darüber, ob ein Reisender in den Schengen-Raum einreisen darf oder nicht, unabhängig davon, ob ihm eine ETIAS-Genehmigung erteilt wurde oder nicht.

Eine ETIAS-Genehmigung kann auch von den Behörden der Mitgliedstaaten oder von der nationalen ETIAS-Einrichtung des Mitgliedstaats widerrufen oder aufgehoben werden. Die Entscheidung über den Widerruf oder die Aufhebung einer bereits erteilten Reisegenehmigung wird getroffen, wenn der Nachweis erbracht wird, dass die ETIAS-Genehmigung betrügerisch erlangt wurde oder wenn die Bedingungen, unter denen die Genehmigung erteilt wurde, nicht mehr erfüllt werden**.

ETIAS-Reisegenehmigungen können auch dann widerrufen werden, wenn in europäischen Sicherheitsdatenbanken eine neue Warnung über eine Einreiseverweigerung oder eine Meldung über ein verlorenes oder gestohlenes Reisedokument vorliegt. Die ETIAS-Zentraleinheit wird in diesem Fall überprüfen, ob die betreffende Warnung einer bestimmten Reisegenehmigung zugeordnet werden kann. In diesen Fällen ist der Mitgliedstaat für den Widerruf der ETIAS-Reisegenehmigung zuständig. Die Antragsteller haben auch das Recht auf Einspruch.

Nach der Einführung wird das ETIAS-Programm die Sicherheit erhöhen, indem es Passagiere vor ihrer Ankunft in Europa überprüft. Angesichts der jüngsten Welle von Terroranschlägen hoffen die europäischen Behörden, dass die Umsetzung eines Reisegenehmigungsprogramms weitere Anschläge verhindern oder zumindest abschrecken wird.