Das Europäische Reiseinformations- und genehmigungssystem, auch bekannt als ETIAS, das 2016 vom Europäischen Parlament und dem Europäischen Rat vorgeschlagen wurde, wird künftig erfordern, dass Antragsteller vor ihrer Europa-Reise online eine Visumbefreiung beantragen.

Europa-Reisende müssen den ETIAS-Antrag online ausfüllen und dabei bestimmte Informationen über ihre Reisegewohnheiten, persönliche Daten und Passdaten angeben sowie einige grundlegende Fragen zum Thema Migration, Gesundheit- und Sicherheitsinformationen beantworten, um Ihren möglichen Bedrohungsfaktor abzuwägen.

Die ETIAS-Anträge werden mit verschiedenen Sicherheitsdatenbanken abgeglichen, darunter die ETIAS-Überwachungsliste, SIS, VIS, ECRIS, das vorgeschlagene EES und mehr gehören.

Was bewirkt die ETIAS überwachungsliste?

Der Zweck der ETIAS-Überwachungsliste ist recht einfach: Es handelt sich um eine Liste von Personen, die eine Straftat begangen haben oder terroristische Absichten hegen könnten. Die Überwachungsliste speichert Daten über diese Personen, um potenzielle Bedrohungen für Europa im Auge zu behalten.

Die ETIAS-Überwachungsliste umfasst nicht nur verurteilte Kriminelle, sondern wird auch Informationen über Personen aufzeichnen, bei denen Grund zur Annahme besteht, dass sie eine potenzielle Bedrohung für die europäische Sicherheit darstellen.

Drei Agenturen tragen zur ETIAS-Überwachungsliste bei:

  • Die UN-Liste der Kriegsverbrecher;
  • Informationen über jede Person, die terroristische Straftaten oder schwere Straftaten begangen hat oder vermutlich begehen wird, die von den EU-Mitgliedstaaten zur Verfügung gestellt werden;
  • Und Informationen über jede Person, die terroristische Straftaten oder schwere Straftaten begangen hat oder vermutlich begehen wird, bereitgestellt von der internationalen Kooperation.

Wer wird für die ETIAS-Überwachungsliste Verantwortlich sein?

Die ETIAS-Überwachungsliste wird von Europol, der europäischen Strafverfolgungsorganisation, erstellt und gepflegt. Europol wird die ETIAS-Überwachungsliste als Teil der ETIAS-Initiative zur Verbesserung der Sicherheit in Europa erstellen und verwalten.

Welchen Auswirkungen hat die ETIAS-Überwachungsliste auf Europa-Reisende?

Sobald Europa-Reisende das unkomplizierte ETIAS-Formular online ausgefüllt haben, wird es zur Überprüfung weitergeleitet, wobei die eingegebenen Daten mit den in verschiedenen Sicherheitssystemen, einschließlich der ETIAS-Überwachungsliste, digital verglichen werden.

Falls es bei der automatischen Verarbeitung eine rote Flagge gibt, wird der Antrag manuell überprüft. Hierbei wird entschieden, ob der ETIAS Visa Waiver gewährt wird oder nicht.

Wenn die europäische Reisegenehmigung erteilt wird, erhält der Antragsteller eine Genehmigungs-E-Mail mit seinem ETIAS Visa Waiver und den erforderlichen Informationen für die Einreise in den ETIAS-Schengen-Raum.

Wird dem Antragsteller die ETIAS-Reisegenehmigung aus irgendeinem Grund verweigert, kann, je nach der für die Prüfung des Antrags zuständigen Behörde eine Begründung gegeben werden, und der Antragsteller hat das Recht, Einspruch zu erheben.

Länder, die nicht an ETIAS teilnehmen, wie z.B. das Vereinigte Königreich nach dem Brexit und solche, die nicht auf der ETIAS-Schengen-Liste aufgeführten sind, haben keinen Zugang zur ETIAS-Überwachungsliste und werden für Einwanderungs- und Sicherheitszwecke ihre eigene Europol-Politik beibehalten.

Gegenwärtig ist noch nicht ganz klar, wie die ETIAS-Überwachungsliste von Europol verwaltet wird und wie das Arbeitsverfahren konkret aussehen wird, aber da der Termin für die Einführung von ETIAS 2022 immer näher rückt, werden auch diese Aspekte bald veröffentlicht werden.